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20. 05. 2010 - Auf den Straßen von Chiang Mai

 

(Auch als PDF-Datei mit Fotos zum herunterladen)

 

Auf den Straßen von Chiang Mai 

Streunerhunde gehören in Thailand zum normalen Straßenbild. In allen Größen und Mischungen laufen sie herum, huschen über die Märkte, stets auf der Suche nach Nahrung, stets auf der Hut vor Schlägen und Fußtritten. Die meisten Streunerhunde wurden bereits auf der Straße geboren, aber es sind auch ausgesetzte Haustiere dabei. Wieviele Hunde in Chiang Mai, der größten Stadt Nordthailands, leben, läßt sich schwer schätzen.

Der Zustand der Tiere sollte jeden Menschen zu Tränen rühren. Fast alle sind mager bis auf die Knochen, manche haben durch Räude ihr Fell verloren. Unbehandelte Krankheiten, unversorgte Brüche und offene Wunden verunstalten die Hunde, sodaß die Menschen nichts mit ihnen zu tun haben wollen. Bestenfalls überlassen sie die Tiere sich selbst, aber manche streuen sogar Gift und die Hunde sterben qualvoll.

Durch unkontrollierte Vermehrung setzte sich das Elend der Streunerhunde ständig fort, bis Karin Hawelka nach Chiang Mai zog und eine kleine Hilfsorganisation gründete. Seit fast drei Jahren arbeitet ANIMAL SPIRIT mit „Care for Dogs“ zusammen. Das gemeinsame Ziel ist, das Los der Streunerhunde im Norden Thailands zu lindern, ein harter Job, der sieben Tage pro Woche und auch manche Nacht in Anspruch nimmt. Wie beeindruckend und effizient Karin Hawelkas Einsatz ist, konnte Dr. Plank bei seinem Besuch in Chiang Mai selbst feststellen.

 

„Wie könnten wir da nur untätig zuschauen?“

Ende März 2010 war Dr. Franz-Joseph Plank in Thailand und hat dort wieder unsere Partnerorganisation „Care for Dogs“ besucht und vor Ort mitgearbeitet. Um Ihnen einen Eindruck von der täglichen Arbeit für die Streunerhunde zu vermitteln, haben wir hier ein paar Auszüge aus seinem Reisetagebuch zusammengestellt.

 

Chiang Mai, Montag, 29. März

Heute ist „Hundeauflesetag“. Das heißt, daß wir die aktuellen Notrufe abarbeiten. Unser erstes Ziel ist ein Tempel, bei dem Hündinnen zur Sterilisation eingefangen werden sollen. Karin und ihr Helfer Nodt haben ein Betäubungsblasrohr dabei, denn die Tiere sind ängstlich und scheu. Eine falsche Bewegung und sie sind weg. Nodt ist aber sehr geschickt mit dem Blasrohr, trifft sofort. Die erste Hündin läuft davon um sich zu verkriechen. Wir folgen ihr und bringen wenig später das bereits schlafende Tier zum Wagen. Nachdem wir fertig sind, geht es in die Innenstadt, um kranke Hunde aufzusammeln. Auf einem verlassenen Grundstück finden wir vier völlig verwahrloste Hunde. Zwei kommen brav mit, die anderen zwei müssen wir betäuben. Noch eine weitere Adresse und wir haben schon zehn Hunde auf unserem Pritschenwagen und fahren zurück zur Station. Die Tiere müssen versorgt werden, das Team hat alle Hände voll zu tun, kein Wunder bei so vielen aufgeregten Hunden. Wir impfen, entwurmen sie, kümmern uns um die „Herzwurm“-Prophylaxe, suchen die Hunde nach Zecken und Flöhen ab und schneiden ihnen die Krallen. Zwei haben eine akute Augenentzündung, die wir sofort behandeln. Schließlich sterilisieren wir noch zwei Hündinnen. Plötzlich ist es draußen finster und der Tag vorbei. „Hunde­müde“ ab ins Bett.

 

Dienstag, 30. März 

Der Tag beginnt mit Büroarbeit und nicht zu knapp. Karin führt genaue Aufzeichnungen, jeder Hund wird fotografiert und registriert, Diagnose, Behandlungsplan, Herkunftsrevier, falls bekannt. Damit wissen auch die vielen freiwilligen Helfer, die nur tageweise mitarbeiten und nicht alle Hunde persönlich kennen, genau Bescheid. Sterilisierte Hunde bekommen eine Markierung ins Ohr, so erkennt man die bereits sterilisierten Tiere auf der Straße wieder.

Anschließend Nachbehandlung der frisch operierten Hunde, chronische Fälle werden behandelt, ein akuter Fall wird schnell eingeschoben, danach noch eine Sterilisation; zwei junge Tierärtztinnen aus Europa helfen auch mit. Während wir behandeln, prägen sich mir die Augen der Hunde ein, die Blicke. Wieviel Furcht, aber auch Dankbarkeit doch aus ihnen spricht!

Am Nachmittag fahren Karin und ich los, um zwei sterilisierte Hündinnen in ihr Revier zurück zu bringen. Wir finden einen verlassenen Welpen mit angeborener Augenkrankheit, den wir gleich mitnehmen. Dann läutet Karins Handy – ein Hund ist überfahren worden. Karin ist in Chiang Mai inzwischen so bekannt, daß die Leute sie tatsächlich anrufen, wenn etwas passiert, ein Segen für die Hunde. An der Unfallstelle liegt eine kleine abgemagerte Hündin völlig bewegungsunfähig im Straßengraben. Als ich sie sehr vorsichtig berge, schreit sie entsetzlich auf vor Schmerz. Bei der Untersuchung in der Klinik stellen wir multiple Beckenbrüche fest, außerdem besteht der Verdacht auf Staupe, das alleine ist bereits ein Todesurteil. Um sie nicht unnötig leiden zu lassen, schläfern wir die kleine Hündin ein. Wir können uns nur damit trösten, daß sie ohne uns elend im Straßengraben gestorben wäre, wer weiß wie viele Stunden lang ...

Schließlich fahren wir noch zu einem buddhistischen Tempel, wo wir über ein Dutzend Hunde füttern. Anschließend zurück ins Zentrum, Tiere versorgen, behandeln. Dann duschen, essen und völlig erschöpft ins Bett.

 

Mittwoch, 31. März 

Gleich nach dem Frühstück beginnen die Behandlungen in der kleinen Klinik. Für die Hunde ist die tierärztliche Versorgung eine große Erleichterung, viele unserer Patienten müßten ohne sie ständig große Schmerzen ertragen oder wären längst tot. Am frühen Nachmittag erreicht Karin wieder ein Notruf. Eine Frau berichtet von herzzerreißendem Jaulen und Heulen auf einem abgelegenen Grundstück, auch nachts. An der angegebenen Adresse empfängt uns ein alter Mann und ich kann meinen Augen kaum trauen, selbst Karin ist völlig schockiert: Hier sind insgesamt 50 Hunde auf engstem Raum in uralte Käfige, großteils einzeln, gesperrt. Ich muß gleich an die Fuchs- und Nerzfabriken denken, die in Österreich ja inzwischen verboten sind. Das Grundstück gehört scheinbar einer Frau, die in Bangkok lebt, aufgrund der Rechtslage dürfen wir keinen Hund mitnehmen. Schweren Herzens fahren wir heim, es ist stockdunkel, ich wanke in die Dusche und falle ins Bett. Bevor ich einschlafe, hoffe ich, nicht von Hunden in Käfigen zu träumen, also denke ich an etwas Positives. Ich denke daran, was Karin bisher schon auf die Beine gestellt hat. Ich weiß, sie wird diese Hunde da rausholen.

 

„Einen Hund zu retten wird die Welt nicht verändern,

aber mit Sicherheit wird sich die Welt für diesen Hund verändern.“

 

Tierschutz lehren 

Karin Hawelka hat inzwischen Verbündete, um den Hunden zu helfen. Diese arbeiten mit ihr bei der Betreuung zusammen und versuchen den Menschen in Thailand Mitgefühl für die Hunde zu vermitteln. So betreut „Care for Dogs“ etwa gemeinsam mit einer internationalen Schule einige Tempelanlagen. Die buddhistischen Tempel sind häufig die Endstation, wenn sich verantwortungslose Besitzer ihrer Hunde und Welpen entledigen, die Mönche sind mit dieser Situation meist heillos überfordert. Jetzt kommen die Schulkinder einmal pro Woche in drei dieser Tempelanlagen um die Hunde zu versorgen. Die Kinder verlieren so die Scheu vor den Hunden, sie füttern sie, baden und bürsten sie, helfen sogar bei Behandlungen und entwickeln so ein Bewußtsein für diese armen Lebewesen. Weitere Schulen sollen folgen.

 

Animal Hoarding oder verrückter „Tierschutz“? 

Auf einem verlassenen Gelände finden wir 50 Hunde, die dort unter schlimmsten Bedingungen gehalten werden. Sie sind einzeln in winzige Käfige gesperrt, verhaltensgestört und verängstigt. Noch ist unklar, was hinter diesem Fall steckt. Die Frau, der das Grundstück gehört, behauptet, sie hätte die Hunde ja „von der Straße gerettet“. Aber von „retten“ kann hier natürlich keine Rede sein. Oder es handelt sich um „Animal Hoarding“, das zwanghafte Ansammeln von Tieren. „Care for Dogs“ konnte wegen der Rechtslage in Thailand keine Soforthilfe leisten. Karin Hawelka hat aber sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Tiere zu befreien. Wir werden Ihnen weiter berichten.

 

Ein Segen für die Streunerhunde 

Als Karin Hawelka mit ihrem Mann nach Chiang Mai gezogen war, fielen ihr die vielen streunenden Hunde sofort auf. Es dauerte nicht lange und sie gründete „Care for Dogs“, um den Tieren zu helfen. Seit fast drei Jahren unterstützt ANIMAL SPIRIT die Organisation und in dieser Zeit ist viel Gutes passiert.

Die Kapazität der Hundestation wurde von 100 auf 180 Tiere erweitert. Es wurde – auch mit Hilfe von ANIMAL SPIRIT – eine eigene kleine Klinik eingerichtet, damit die Tiere schneller versorgt werden können, damit Untersuchungen und Sterilisationen gleich vor Ort durchgeführt werden können. Inzwischen verfügt „Care for Dogs“ über ein Netzwerk von FreundInnen in der Stadt, die sofort Alarm geben, wenn sie Hunde in Not entdecken, die Hilfe brauchen. Auch mit den buddhistischen Mönchen gibt es eine gute Zusammenarbeit. Die Tierschützer bringen regelmäßig Futter für die Streunerhunde in die Tempelanlagen, die Mönche schauen auf die Hunde und nutzen den Notruf, wenn ein verletztes Tier Hilfe braucht oder wieder einmal Welpen dort „entsorgt“ wurden.
 

Die Strategie von „Care for Dogs“ besteht darin

  • hilfsbedürftige Hunde aufzulesen: Sie werden untersucht, behandelt, sterilisiert und in ihr Stammrevier zurückgebracht.

  • ein immer dichteres Netzwerk von UnterstützerInnen aufzubauen: Menschen, die bereit sind, den Hunden ebenfalls zu helfen

  • geeignete Hunde an gute Plätze zu vermitteln – mittlerweile 250 im Jahr.

 

23 Euro für eine Sterilisation 

Die beste Hilfe sind konsequente Sterilisationen, denn jede unsterilisierte Hündin kann zweimal im Jahr bis zu zehn Junge werfen. Dies erschwert die Situation aller Hunde extrem. Sterilisationen haben bei „Care for Dogs“ daher oberste Priorität. ANIMAL SPIRIT bittet Sie dafür dringend um eine Spende. Der Eingriff, inklusive Nachbetreuung, kostet pro Hündin 23 Euro. Während sich die Tiere von der Operation erholen, werden sie komplett durchgecheckt und eine Woche in der Hundestation verwöhnt, bevor sie wieder in ihr Revier zurückkehren.

 

Was geht das ANIMAL SPIRIT an? 

Warum unterstützt ANIMAL SPIRIT ausgerechnet diese kleine Hundeorganisation in Thailand und sammelt sogar Geld für sie? Wir können auf diese berechtigte Frage nur antworten, daß wir gesehen haben, was „Care for Dogs“ erreicht und daß wir Karin Hawelka und ihr tolles Team ins Herz geschlossen haben. „Care for Dogs“ hilft den leidenden Hunden auf relativ einfache Weise. Wir hoffen, daß unsere SpenderInnen diese Haltung dazu teilen können und helfen.

Bitte folgen auch Sie Ihrem Mitgefühl und spenden Sie. Herzlichen Dank!

 

A: P.S.K., BLZ 60000, Kto: 75.694.953,
BIC: OPSKATWW, IBAN: AT826000000075694953

D: Volksbank Freilassing, BLZ 71090000, Kto: 285943

Sie können ANIMAL SPIRIT online spenden, per e-Spende unter
www.oncharity.at/animal/main.asp

 

ANIMAL SPIRIT macht auch Tierschutz im Unterricht: www.tierschutzunterricht.at

 

Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953, BLZ 60000
Online spenden: www.oncharity.at/animal

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