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23. 09. 2009 - Mailing 5/2009 - Viele Fohlen brauchen weiter unsere Hilfe!

 

(Auch als PDF-Datei mit Fotos zum herunterladen)

 

In den letzten sieben Jahren hat ANIMAL SPIRIT viel gegen das Leid von Haflinger- und Norikerfohlen aus Österreich getan. Wir waren auf den großen Pferdemärkten und protestierten gegen das ekelhafte Geschäft mit den Fohlen. ANIMAL SPIRIT und andere Organisationen kauften viele der oft erst drei bis vier Monate jungen Tierkinder frei. ANIMAL SPIRIT allein konnte bereits 270 Fohlen vor der Schlachtung retten. Unter unseren SpenderInnen fanden wir von Beginn an engagierte Verbündete für die Fohlenarbeit, langsam wurden auch die Medien aufmerksam.

Zuletzt bewegten unsere Bemühungen sogar die für dieses Elend verantwortlichen Züchter, sodaß es im April 2009 zu einem ersten Gespräch zwischen TierschützerInnen, ZüchterInnen und Verbänden kam. Erstmals haben uns diese Leute zugehört. Eine Sensation, nachdem uns die aufgebrachten Bauern und Viehhändler auf den Märkten bisher nur verlacht oder bedroht, einmal sogar verprügelt hatten. Endlich sind sie am Verhandlungstisch angekommen und reden mit uns.

Ein wichtiger erster Schritt, aber leider noch lange nicht die Lösung für das Problem. Und noch lange keine Rettung für unzählige Tiere. Noch immer werden bis zu 4000 Haflinger- und Norikerfohlen jährlich gezüchtet. Mit dem Argument, die genetische Vielfalt erhalten zu wollen, werden EU-Prämien kassiert. Um Vielfalt kann es allerdings sicher nicht gehen, wenn jedes Fohlen, das nicht den absurden Schönheitsmerkmalen entspricht, umgebracht wird, und wenn die wenigen, die übrig bleiben, alle fast gleich aussehen.

Sie dürfen nur einen Sommer leben

Sie sind die Stars unzähliger Urlaubsfotos und Videos, die entzückenden Haflinger- und Norikerfohlen, die über die österreichischen Almen galoppieren, mit übermütigen Bocksprüngen auf langen dünnen Beinen. Fröhlich und vital, wie alle glücklichen Kinder sind, genießen die Fohlen an der Seite ihrer Mütter den Sommer in den Bergen oder auch bei Bauern im flacheren Land. Speziell Urlauberfamilien schließen die schönen Tiere ins Herz und würden nie im Traum auf die Idee kommen, daß für die meisten Fohlen dieser Sommer ihr „ganzes Leben“ bedeutet.

Während die Menschenkinder im Herbst wieder die Schulbank drücken und ihren Freunden aufgeregt von den süßen Pferdchen erzählen, beginnt auch für die Fohlen der Ernst des Lebens. Es bedeutet für sie aber  den Anfang vom Ende. Denn ab September starten die Pferdemärkte und -auktionen und dort treffen wir alljährlich Unmengen Haflinger- und Norikerfohlen wieder. Brutal von ihrer Mutter getrennt, werden die verängstigten, manchmal auch verletzten Tierbabys zum Kilopreis verschachert und müssen vor ihrem Tod meist noch eine elende Transportfahrt erleiden.

Welcher Irrsinn steckt hinter diesem Drama? Es ist vor allem die komplett unprofessionelle Haflingerzucht, die bei Hengstfohlen bis zu 95 Prozent „Ausschußware“ produziert. Aber welche „entsetzlichen Makel“ muß ein Tier haben, die ihm den Wert absprechen, leben zu dürfen? Zum Beispiel ein Kopfabzeichen. Ein Zeichen über dem Sprunggelenk. Einen „Edelflecken“. Vergleichbar mit menschlichen Muttermalen oder Leberflecken. All diese kleinen Besonderheiten bedeuten für Haflingerfohlen das Todesurteil. Hätte diese Auslese nicht so grausame Folgen, könnte man über solch absurde Vorgaben lachen. So aber werden völlig gesunde, junge Tiere – kaum daß sie auf der Welt sind – in großem Stil umgebracht.

Die Haflingerzucht produziert Pferde nach Schablone, ein Abziehbild nach dem anderen, von Vielfalt keine Spur. Die ausgewählten und angeblich „perfekten“ Tiere produzieren auch wieder nur wenige Prozent angeblich „perfekte“ Nachkommen. Die meisten Haflingerfohlen werden also direkt für die Schlachtung geboren. Ihr Leben ist vorbei, bevor es noch begonnen hat. Nach einem Sommer mit der Mutter, in dem die Tierkinder auch brav als Fremdenattraktion dienen, werden sie als Schlachtvieh verkauft, brutal mit großen Tieren in einen Transporter gestopft und oft ohne Wasser und Futter nach Padua/Italien oder weiter gekarrt. Dort werden sie angebunden und in engen Kobeln „aufgemästet“.

Die bezaubernden Tiere, die noch vor Tagen munter über Wiesen geflitzt sind, dürfen nur mehr stehen und fressen. Schließlich erwartet sie eine neuerliche heiße Transportfahrt, meist nach Süditalien, wo sie geschlachtet werden. Die Männer, die diese Arbeit verrichten, sind ungelernte Arbeiter und gezwungen im Akkord zu töten, ein Fohlen pro Minute stirbt. Und für dieses Morden werden auch noch saftige EU-Prämien kassiert, die durch unsere Steuergelder mitfinanziert werden.

Jedes Jahr im Herbst werden Tausende Haflinger- und Norikerfohlen auf die großen Pferdemärkte gekarrt. Sie entsprechen nicht den aktuellen „Schönheitskriterien“ und werden als „Schlachtvieh“ zum Kilopreis verschachert.

Oft sind die Fohlen gerade erst 3 Monate alt, wenn sie brutal von ihren Müttern getrennt werden. Die verängstigten Tierbabys müssen meist noch das Martyrium von Transportfahrten und Intensivmast erdulden bevor sie in den Schlachthöfen Süditaliens getötet werden.

Post von Familie Buchholz

Am 13. September 2008 gelang es ANIMAL SPIRIT, die Norikerfohlen Norbert und Richard freizukaufen. Heute leben sie bei einer netten Familie in Remscheid/Deutschland. Die Tagebuchnotizen von Thomas Buchholz zeigen, in welch liebevoller Umgebung die zwei Fohlen nun leben können.

14. 9. 08:

Wir sind sehr glücklich, daß die zwei Fohlen bei uns sind. Sie haben die lange Fahrt ganz gut überstanden. Leider wurden sie noch nicht von der Leitstute akzeptiert, das liegt wahrscheinlich an der ungewohnten Größe. Die Noriker möchten nur schon so gern zur Herde gehören.

25. 9. 08:

Sie stehen in der Rangordnung zwar ganz unten, aber es gibt fast nur noch Drohgebärden, keine Keilereien mehr, die Lage hat sich entspannt. Richard ist anhänglicher, Norbert ist schüchterner und außerdem extrem kitzelig, was bei uns schon zu diversen blauen Flecken beim Striegeln geführt hat.

8. 12. 08:

Norbert und Richard entwickeln sich prächtig. Beide haben sich in die Herde integriert. Richard ist ein wenig ungestüm und neugierig. Norbert ist vorsichtig, er liebt es, sich von meiner Frau oder den Kindern in den Schlaf kraulen zu lassen!

2. 3. 09:

Richard ist am letzten Donnerstag kastriert worden und hat alles gut überstanden, die Kastration von Norbert wurde nach eingehender Untersuchung um 6 Wochen verschoben. Beide konnten heute wieder zu ihrer Herde auf die Weide, große Freude auf allen Seiten.

27. 4. 09:

Seit 14 Tagen ist auch unser Norbert ein Wallach. Er macht uns derzeit etwas Sorgen, weil er starke Probleme beim Fellwechsel hat, es scheint ihn stark zu jucken. Heute kommt noch einmal der Tierarzt. Seit wir entdeckt haben, daß sie vor einer Wasserspritze unheimlich Respekt haben, klappt auch die Erziehung. Die Halfterführigkeit hat sich extrem verbessert und das Stillstehen beim Putzen und Hufgeben läuft viel besser. Beide lernen jeden Tag dazu.

26. 8. 09:

Unsere zwei sind inzwischen „stattliche“ Burschen. Sie sind jetzt im Flegelalter und testen gern aus, was geht. Sie lieben es, mit uns spazieren zu gehen, besonders Richard muß aber vorher 15 Minuten frei longiert werden und sich auslaufen, weil er sonst zu übermütig ist und uns durch seine ungestüme Kraft einfach wegzieht. Wir glauben, er hält sich für ein Vollblut! Norbert bringt nichts aus der Ruhe. Vom Fell her haben beide noch ein schönes dunkelbraunes Sommerfell. Ganz langsam setzt die Bildung des Winterfells ein.

Stolz und glücklich sind wir und freuen uns jeden Tag über unsere beiden Dicken. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihren anstehenden -Aktionen, hoffentlich können Sie wieder viele Fohlen retten.

Viele Grüße aus Remscheid,

Ihre Familie Buchholz

 

Was tut ANIMAL SPIRIT für die Fohlen?

Seit sieben Jahren engagieren wir uns, um die Situation der Fohlen zu verbessern:

  • Wir besuchen die Pferdemärkte, wo wir protestieren und Veranstaltungen abhalten.

  • Wir betreiben Öffentlichkeitsarbeit: nur über die Medien erreichen wir, daß mehr Menschen vom Fohlenleid erfahren.

  • Wir kommunizieren mit den Zuchtverbänden, um sie zu Verhandlungen und Änderungen zu bewegen.

  • Wir kaufen Tiere frei: Dabei handelt es sich um ein ganzes Arbeitspaket. Erst sammeln wir Geld, um überhaupt Tiere retten zu können. Parallel suchen wir laufend gute Plätze für sie. Wir organisieren die Transporte oder helfen dabei, wir kommunizieren regelmäßig mit den neuen BesitzerInnen und wir sorgen für Kontrollen. ANIMAL SPIRIT konnte so bereits 270 Fohlen das Leben retten. Wir hoffen mit Unterstützung unserer SpenderInnen konsequent damit weiter machen zu können, bis sich die Situation geändert hat.

 Unsere Forderungen

  • Es muß verboten werden, Pferde für die Schlachtung zu exportieren.

  • Wir sind für eine Zuchtbeschränkung: Stuten dürfen maximal alle zwei Jahre gedeckt werden.

  • Fohlen müssen beim Verkauf ein Mindestalter von 6 Monaten erreicht haben.

  • Sofortmaßnahmen: Endlich tiergerechter Umgang auf den Pferdemärkten, zum Beispiel Wassereimer, Einstreu und genügend Platz, damit die gestreßten Tiere auch einmal ausrasten können.

Möchten Sie sich bei den Verantwortlichen und MittäterInnen persönlich über das fortgesetzte Fohlendrama beschweren?

Wir senden Ihnen gerne per E-Mail oder postalisch eine Adreßliste zu. Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an: Tel. (+43) 02774/29330 oder office@animal-spirit.at

 

So vergeben wir die Fohlen

Natürlich geben wir die Tiere nur in gute Hände. Die zukünftigen BesitzerInnen verpflichten sich in Form eines Schutzvertrages, die Pferde artgerecht zu halten, was zum Beispiel heißt, daß sie nicht allein sein dürfen, denn Pferde sind Herdentiere.

Es ist verboten, die Tiere weiter zu verkaufen oder zur Zucht zu verwenden, Hengstfohlen müssen kastriert werden. ANIMAL SPIRIT räumt sich ein, jederzeit unangemeldet zu kontrollieren, wofür alle neuen BesitzerInnen auch Verständnis gezeigt haben.

Wir suchen immer gute Plätze. Wenn auch Sie ein Fohlen auf-nehmen möchten, melden Sie sich bitte bei Dr. Plank: Tel. (+43) 02774/29330.

 

Immer gesucht: KontrollorInnen

ANIMAL SPIRIT sucht noch weitere ehrenamtlich tätige Männer und Frauen, die über Grundkenntnisse der Pferdehaltung verfügen und unsere Fohlenplätze kontrollieren. Einsatzbereiche sind die drei Gebiete Oberösterreich/Salzburg, Niederösterreich/
Burgenland und Steiermark/Kärnten.

Wenn Sie uns auf diese Weise unterstützen wollen, freuen wir uns sehr. Bitte melden Sie sich bei Dr. Plank unter: Tel. (+43) 02774/29330 oder office@animal-spirit.at

 

Ein Fohlenleben kostet 400 bis 700 Euro

Bitte spenden Sie so großzügig wie möglich, damit wir wieder so viele Tiere wie möglich vor der Schlachtung retten können. Bitte überlegen Sie nicht zu lange, da die Pferdemärkte vor allem in den kommenden Wochen stattfinden. Jede Spende ist wichtig! Wir bedanken uns herzlich für Ihre Unterstützung.

 

A: P.S.K., BLZ 60000, Kto: 75.694.953, BIC: OPSKATWW,
IBAN: AT826000000075694953

D: Volksbank Freilassing, BLZ 71090000, Kto: 285943

Sie können ANIMAL SPIRIT online spenden, per e-Spende unter
www.oncharity.at/animal/main.asp

 

ANIMAL SPIRIT macht auch Tierschutz im Unterricht: www.tierschutzunterricht.at

 

Animal Spirit - Zentrum für Tiere in Not
Am Hendlberg 112, A-3053 Laaben
Tel: +43 (0) 2774/29 330
Email: office@animal-spirit.at
Web: www.animal-spirit.at
Spendenkonto: PSK 75.694.953, BLZ 60000
Online spenden: www.oncharity.at/animal

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